Die galerie 61 zeigt lebens- und überlebensgroßen Plastiken des in Berlin lebenden Bildhauers Wojtek Hoeft.
Sein „großer Schwimmer“ scheint im Raum zu schweben, während riesenhafte Gesichtsfragmente aus der Wand auftauchen. Die Figuren sind farbig gefasst, wobei das Material durchscheinend wirkt, was an reale Haut erinnert, aber dennoch künstlich wirkt. Hoefts Figuren zeichnen sich durch eine spezifische, gebrochene Körperlichkeit aus, bei der Momente des Grotesken zu einem detailbesessenen Realismus im Kontrast stehen: Ein magerer, leptosomer Körperbau wird mit dünnen, überlängt wirkenden Gliedmaßen und disproportionalen groß erscheinenden Händen und Füßen kombiniert – dabei werden die Stellen des Körpers, an denen feste und veränderliche Formen zusammentreffen, wie Knie, Knöchel und Handgelenke, präzise wiedergegeben. So bedingt jede Drehung der Hand eine Formveränderung der umgebenden Muskulatur und es ist eine immer schwere Aufgabe, das was knochig ist, auch als knochig erscheinen lassen und dennoch einzubinden - Wojtek Hoeft bewältigt diese Herausforderung virtuos.

Wojtek Hoeft hat in hier in Bielfeld an der Fachhochschule studiert, kurz bevor dort die künstlerischen Fächer auf ein Nichts reduziert wurden. Er ist, wie viele aus dieser Generation von FH-Absolventen nach Berlin gezogen. Die galerie 61 hat bereits viele Beispiele dieses künstlerischen brain-drain gezeigt und wird das in Zukunft mit einer eigenen Bielefeld –Berlin Ausstellungsreihe fortsetzen.

Wojtek Hoeft

Schwebe

20.09. – 09.11.2013